Wenn es darum geht, im Rahmen einer gesunden Ernährung, oder gezielten Nahrungsergänzung, Mineralien, Spurenelemente und viele andere Mikronährstoffe ausreichend aufzunehmen, stellt sich oft die Frage der sogenannten Bioverfügbarkeit bestimmter Inhaltsstoffe. Die Bioverfügbarkeit bezeichnet die Menge und Rate, mit der ein Nährstoff absorbiert wird und in einer Form zu Verfügung steht, in der der Körper ihn nutzen kann. Die Bioverfügbarkeit bezieht sich auf die Menge eines Mikronährstoffs, die effektiv von ihrem Körper aufgenommen und genutzt werden kann. Dabei beeinflussen viele, teilweise wenig bekannte Faktoren die Bioverfügbarkeit von Mikronährstoffen.
Beachten Sie etwa die folgenden Aspekte:
Physiologische Faktoren: Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und vor allem die Verdauungsgesundheit spielen eine große Rolle, ob Mikronährstoffe aus der Nahrung oder als Präparat absorbiert werden. Durch eine gesunde Darmflora können Sie die Bioverfügbarkeit von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen deutlich optimieren.
Die individuelle Gesundheit und Genetik des Konsumenten: Krankheiten, die den Verdauungstrakt beeinflussen, wie Zöliakie oder Morbus Crohn, können die Fähigkeit des Körpers, Nährstoffe zu absorbieren, beeinträchtigen. Auch genetische Faktoren (selten) können Bioverfügbarkeit beeinflussen.
Zusammensetzung der Nahrung: Die Anwesenheit von anderen Nährstoffen oder Verbindung in der Nahrung kann die Absorption von Mikronährstoffen beeinflussen. Altbekannt, dass zum Beispiel etwas Fett die Absorption von fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A, D, E und K verbessern. Vitamin C unterstützt die Wirkung vieler pflanzlicher sekundärer Pflanzenstoffe und verbessert die Eisenresorption. Kurkuma ist mit Piperin aus schwarzem Pfeffer besonders effektiv. Brokkoli (Samen) ergänzen sich hervorragend mit Meerrettich, mit Kurkuma UND Fetten. Achtung, Polyphenole wie OPC`s sollte man nicht mit Molkereiprodukten zusammen konsumieren, wenn man die volle Wirkung erwartet. Andernfalls binden die Wirkstoffe an das Molkeprotein und machen diese weitgehend unwirksam.
Art und Form des Mikronährstoffs: Manche Mikronährstoffe sind in bestimmten Formen besser bioverfügbar als in anderen. Eisen ist etwa aus tierischen Quellen (hämisches Eisen) für den menschlichen Körper leichter zugänglich als Eisen aus pflanzlichen Quellen. Aber Achtung vor einem zu viel bei Eisen (Ferritinwert), da dies einen Risikofaktor für Krebs darstellen kann.
Verarbeitung und Zubereitung der Nahrung: Das Kochen, Einweichen oder Fermentieren von Nahrungsmitteln kann die Bioverfügbarkeit bestimmter Mikronährstoffe verbessern oder verschlechtern. Bei Lycopin, einem SEHR potenten Antioxidans, wird die Verfügbarkeit durch Erhitzen von Tomatenprodukten gesteigert. Anders dagegen sieht es bei Vitamin C aus Früchten und Gemüsen aus, welches durch starkes Erhitzen bei der Zubereitung deutlich verringert wird. Ebenso wie wertvolle Senföle aus Kreuzblütlergemüsen, wie Brokkoli. Auch zu beachten, durch Fermentationsprozesse, kann die Bioverfügbarkeit von besonderen Nährstoffen in Früchten und Gemüse oft deutlich gesteigert werden.
Zeitpunkt der Einnahme: Die Bioverfügbarkeit einiger Mikronährstoffe kann beeinflusst werden, je nachdem, ob sie auf nüchternen Magen oder mit Nahrung eingenommen werden. Bei Eiweiß spaltenden Enzymen kommt es etwa darauf an, ob man dadurch die Verdauung verbessern will, oder ob man einen therapeutischen Nutzen anstrebt, etwa in der ganzheitlichen Krebstherapie. Im ersten Fall nimmt man die Enzyme zum Essen, im letzteren 2 Stunden vorher oder nachher.
Alter: Im Alter kann die Absorption bestimmter Nährstoffe abnehmen, verbunden mit einer altersbedingt meist verringerten Eigensynthese kann dies bei einigen Nährstoffen zu einem erhöhten Bedarf führen.
Ein gutes Verständnis der Bioverfügbarkeit und ein darauf angepasster Konsum von Lebensmitteln oder Mikronährstoffen, ist entscheidend, damit diese Schutz und Reparaturstoffe im Blut und in den Zellen ankommen. Nur so können Sie eine entsprechende Wirkung in Bezug auf Ihre Gesundheitsziele erreichen. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann zu vielen Gesundheitsproblemen führen, einschließlich schwachen Immunsystem, vermindertem Wachstum und Entwicklung bei Kindern, und erhöhtem Risiko für chronische Krankheiten. Durch die Berücksichtigung der Bioverfügbarkeit können wir besser sicherstellen, dass unser Körper auch wirksame Mengen an essenziellen Mikronährstoffen aufnimmt.
Die hohe Aufnahme eines Mikronährstofs führt nicht automatisch zu einer besseren Gesundheit. Bei übermäßiger und dauerhafter Zufuhr können manche Stoffe sogar schädlich sein. Deshalb ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Ihre Versorgung durch Blutuntersuchungen im Blick behalten. Sie sollten dann auf Basis der offiziellen Empfehlungen eine hoch-normale Versorgung aller Vitamine, Mineralien und Spurenelemente anstreben. Bei pflanzlichen Mikronährstoffen hat sich vielfach gezeigt, dass ein besonderer synergetischer Nutzen aus der Kombination einer breiten Vielfalt solcher Stoffe entsteht.
Meine Empfehlung, essen Sie BUNT und vielfältig, überwiegend pflanzlich und frischkostreich. Verwenden Sie reichlich Kräuter und Gewürze und konsumieren Sie gesunde Fette aus Nüssen, Saaten und kalt gepressten Pflanzenölen, am besten Oliven, Lein- Raps oder Hanföl. Und bedenken Sie, dass auch andere Faktoren, wie Bewegung, Stressreduktion und ausreichend Schlaf ebenso wichtig sind für Ihre Gesundheit wie eine gesund und vitalstoffreiche Ernährung !
In diesem Sinne, lassen Sie es sich schmecken 🙂 !
Schöne Grüße
Silvia – Natürlich fit

