Sie achten auf eine ausgewogene Ernährung, essen frisches Gemüse, Obst, Nüsse und Samen. Bei diagnostizierten Vitalstoffmängeln nehmen Sie die eine oder andere Nahrungsergänzung zu sich. Aber die Frage ist: kommen all die wertvollen Mikronährstoffe auch wirklich in deinen Zellen an ? Untersuchungen zeigen: Nicht alleine Art und Menge der konsumierten Vitalstoffe entscheidet über unsere Versorgung mit diesen Stoffen und unser Wohlbefinden ! Nur was tatsächlich in unserem Blut und den Zellen ankommt entfaltet seine Wirkung. Darüber jedoch entscheidet die so genannte Bioverfügbarkeit der Vitalstoffe. Was aber viele nicht wissen: Unsere Darmflora entscheidet dabei mit ob wir von den konsumierten Vitalstoffen tatsächlich profitieren oder ob wir zusätzliche Kalorien zu uns nehmen. Das ist auch einer der Hauptgründe weswegen viele Menschen heute, verursacht durch Fehlbesiedelungen des Darms, einen Vitalstoffmangel haben. Mit oftmals weitreichenden Folgen, wie z. B. ein geschwächtes Immunsystem oder eine allgemeine Schmälerung unseres Lebensgefühls.
Wichtige Aufgaben der Darmbakterien sind neben der Fermentierung der aufgenommenen Ballaststoffe die Aufspaltung von Antinährstoffen: Viele pflanzliche Lebensmittel enthalten Stoffe wie Phytinsäure (z.B. in Getreide oder Hülsenfrüchten). Sie binden Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Magnesium und erschweren deren Aufnahme. Eine gesunde Darmflora und Fermentationsprozesse bauen Phytinsäure ab und setzen die Mineralstoffe frei.
Durch die Fermentation von Ballaststoffen produzieren Darmbakterien kurzkettige Fettsäuren (z.B. Butter- und Propionsäure). Diese senken den ph-Wert im Dickdarm leicht ab, was die Löslichkeit und Aufnahme von Calcium und Magnesium deutlich verbessert. Außerdem produzieren die guten Darmbakterien selbst essenzielle Mikronährstoffe – darunter das wichtige Vitamin K2 (wichtig für die Knochen- und Gefäßgesundkeit) sowie verschiedene B-Vitamine (B12, Folat, B6).
WICHTIG: Fermentierte Lebensmittel: Die natürlichen Verdauungshelfer !
Fermentierte Lebensmittel, wie Sauerkraut, Kimchi, Wasser- oder Milchkefir, Kombucha, Miso oder Tempeh und andere nicht erhitzte (unpasteurisierte) Fermentprodukte sind wichtig weil sie immer wieder unterschiedliche, wertvolle Milchsäurebakterien liefern, die eine gesunde mikrobielle Vielfalt im Darm stärken. Außerdem haben Mikroorganismen durch den Fermentationsprozess die Nahrung bereits teilweise zerlegt. Vitamine und Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) werden auch dadurch deutlich bioverfügbarer gemacht.
Dabei geht es bei fermentierten Lebensmitteln nicht darum, riesige Mengen auf einmal zu essen, sondern kleine, regelmäßige Impulse zu setzen. Integriere täglich 1-2 Esslöffel rohes, nicht pasteurisiertes Sauerkraut oder Kimchi als Beilage zu deiner Hauptmahlzeit. Achtung bei Konserven: Erhitzte Fermente enthalten keine lebenden Kulturen mehr. Darmbakterien lieben Abwechslung. Je bunter, vielfältiger und ballaststoffreicher die Ernährung ausfällt (verschiedene Gemüse, Kräuter, Samen), desto vielfältiger, ausgewogener und leistungsfähiger wird das Mikrobiom. Wichtg ist es fermentierte Zutaten erst nach dem Kochen über das Essen geben, damit die hitzeempfindlichen Bakterien intakt bleiben.
Eine gesunde Darmflora erkennt man selbst meist an einer guten Verdauung ohne Beschwerden und einem geregelten, regelmäßigen Stuhlgang. Wer darüber hinaus Klarheit will, wie effektiv der Darm Nährstoffe aufnimmt oder ob es Verbesserungsbedarf gibt, lässt eine Stuhlanalyse (Mikrobiom-Sequenzierung) durchführen: Diese zeigt die Zusammensetzung und Diversität der Darmbakterien, den ph-Wert sowie Parameter für die Darmschleimhaut-Integrität (z.B. Zonulin oder Calprotectin).
Eine weitere Möglichkeit ist eine Vollblut-Mineralstoffanalyse: Im Gegensatz zum normalen Serum-Blutbild misst diese Untersuchung die Mineralstoffe (wie Magnesium, Zink, Selen) direkt in den roten Blutkörperchen. Das gibt einen präzisen Einblick, was tatsächlich in den Zellen ankommt. Bei Beschwerden könnte ein zusätzlicher Urin-Test Stoffwechselnebenprodukte des Mikrobioms aufdecken.
Fazit: Ein gesunder Darm ist das Fundament für optimale Energie, gute Laune und Leistungsfähigkeit. Wenn Sie darauf achten und immer genügend Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel fest in den Speiseplan integrieren, entwickeln und erhalten Sie ein gesundes Mikrobiom. Und damit eine Bakterienvielfalt, die das Maximum aus einer gesunden Ernährung und eventuellen Nahrungsergänzungsprodukten heraus holt.
In diesem Sinne, lassen Sie es sich schmecken 🙂 !
Beste Grüße
Silvia
Natürlich fit

